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Parodontalbehandlung

Die Parodontalbehandlung dient der Erhaltung von Zähnen, die durch eine Erkrankung des Zahnbettes gefährdet sind.

Zahnbeläge enthalten in großem Maße Bakterien, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) führen. Verbleiben diese Beläge für längere Zeit an der selben Stelle, so nehmen sie aus dem Speichel Mineralien auf und verhärten, es entsteht Zahnstein. Auch Zahnstein enthält Bakterien und führt zu einem Fortschreiten der Entzündung des Zahnhalteapparates, aus der Zahnfleischentzündung entsteht eine Parodontitis. Der Kieferknochen, der den Zahn hält, wird durch die Entzündung abgebaut. Folge ist eine Lockerung der Zähne, es droht Zahnverlust.
Grundlage der Parodontalbehandlung ist die Entfernung von Zahnstein und Zahnbelägen. Außerdem wird dem Patienten erläutert, wie er seine Zähne auch an problematischen, schwer zugänglichen Stellen reinigen kann, um eine erneute Bildung von Belägen zu verhindern.
Sind durch einen Abbau des Zahnhalteapparates tiefe Taschen entstanden, die der Patient nicht mehr reinigen kann, so ist eine chirurgische Parodontalbehandlung erforderlich. Hierbei muss Zahnstein unterhalb des Zahnfleisches sowie entzündetes Gewebe entfernt werden. Erst nach gründlicher Reinigung der Zahnoberfläche auch im Wurzelbereich kann es zur Ausheilung der Zahnbetterkrankung kommen.

Bei sehr tiefen Taschen kommt es häufig leider nur zu einer unvollständigen Regeneration, der verloren gegangene Kieferknochen wächst nur zu einem geringen Teil wieder nach.
Um das Nachwachsen von Kieferknochen zu erleichtern, sind in der modernen Parodontalbehandlung verschiedene Techniken entwickelt worden, die wissenschaftlich nachgewiesen zu einer verstärkten Regeneration führen:

  1. Künstlich hergestellte Membranen werden während des Eingriffes über die Knochentaschen gelegt und unter dem Zahnfleisch befestigt. Hierdurch gewinnt die langsam ablaufende Knochenregeneration unter dem Schutz der Membran Zeit für eine Knochenneubildung bevor das schneller wachsende Zahnfleischgewebe wieder zu einer erneuten Taschenbildung führt. Die Membran löst sich in der Regel von selbst auf.
     
  2. Ein Eiweißmolekül aus der Zahnentwicklung (Emdogain®) wird während der chirurgischen Parodontalbehandlung auf die Wurzeloberfläche aufgebracht. Dieses Molekül wirkt als Signalstoff für den Kieferknochen, auf die Zahnwurzel hinzuwachsen und den Zahnhalteapparat zu erneuern.
    Diese neueren Behandlungsmethoden können auch mit einer zusätzlichen Auffüllung des Knochendefektes mit Knochenersatzmaterial oder eigenem Knochen kombiniert werden.

Letzte Aktualisierung: 23.12.2003

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