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An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige Techniken und Behandlungsmöglichkeiten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie vorstellen. Aus rechtlichen Gründen sind diese Informationen allgemein gehalten und gelten für alle Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen.
Sollten Sie Fragen haben stehen wir für Sie gerne zur Verfügung
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Die Implantologie stellt heute eine bewährte und wichtige Alternative zu konventionellem Zahnersatz dar. Implantate sind schrauben- bzw. zylinderförmige Körper, die in den Kiefer eingesetzt werden, um die Funktion verloren gegangener Zähne zu ersetzen. Fast alle heute gebräuchlichen Implantatsysteme sind aus Titan gefertigt, einem Metall, das vom Körper extrem gut vertragen wird und daher in fast allen Fällen einen langfristigen Erfolg der Versorgung erwarten lässt.
Implantate besitzen ein breites Spektrum möglicher und sinnvoller Einsatzgebiete: Bei Verlust oder Nichtanlage eines einzelnen Zahnes wird in zunehmendem Maße das Einsetzen eines Implantates der Versorgung mit einer Brücke vorgezogen. Insbesondere dann, wenn gesunde, kariesfreie Zähne sich in der Nachbarschaft der Zahnlücke befinden, ermöglicht ein Implantat eine schonende Versorgung ohne das Beschleifen der Nachbarzähne, wie es bei einer Brücke notwendig wäre.
Auch aus ästhetischen Gründen kann ein Implantat gerade im Frontzahnbereich der Versorgung mit einer Brücke überlegen sein, da ein Implantat den Knochenabbau, die so genannte Atrophie, verhindert.
Bei größeren Lücken, in denen die Versorgung mit einer Brücke nicht mehr möglich oder mit einem hohen Misserfolgsrisiko behaftet wäre, kann durch das Einsetzen von Implantaten doch noch eine Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz ermöglicht werden um dem Patienten eine herausnehmbare Prothese zu ersparen.
Nach dem Verlust endständiger Zähne, also den am weitesten hinten gelegenen Zähnen war vor der Einführung von Implantaten nur eine Versorgung mit einer herausnehmbaren Prothese möglich. Der Ersatz der hinteren Zähne ist insbesondere zum Schutz der Kiefergelenke vor Überlastung wichtig. Das Einsetzen von Implantaten ermöglicht jetzt auch in diesen Fällen einen festsitzenden Zahnersatz.
In zahnlosen Kiefern besteht häufig das Problem, dass die dann angefertigten Vollprothesen vom Patienten nicht gut akzeptiert werden. Die Gründe hierfür sind vielfältiger Art, zum einen muss der menschliche Körper zunächst einmal lernen, mit der neuen Situation fertig zu werden, was nicht in allen Fällen gut gelingt. Zum anderen kann ein weitgehender Abbau des Kieferknochens den sicheren Halt einer Prothese unmöglich machen, so dass eine Adaptation fast nicht mehr möglich ist. Eine solche Situation tritt vor allem dann auf, wenn die eigenen Zähne früh verloren gehen und der Kieferabbau somit ebenfalls früh beginnt. Insbesondere im Unterkiefer ist das Tragen einer herkömmlichen Prothese dann oft mit erheblichen Einschränkungen verbunden. In solchen Fällen kann das Einsetzen von Implantaten erheblich zur Verbesserung des Prothesensitzes beitragen. Als einfachste Methode ist hier das Einsetzen von zwei Implantaten im Unterkiefer zur Befestigung einer Prothese anzusehen. Nach entsprechendem Knochenaufbau ist häufig jedoch auch wieder ein Tragen von festsitzendem Zahnersatz möglich.
Die Planung eines Implantates beginnt häufig bereits mit dem Zahnverlust. In der Regel sollte nach der Entfernung eines Zahnes drei Monate abgewartet werden, bis ein Implantat eingesetzt werden kann. Dadurch hat der Kieferknochen Zeit, sich wieder aufzubauen. Wenn man deutlich länger wartet, findet jedoch wieder ein Abbau des Knochens durch das Fehlen von stimulierender Belastung statt.
In besonderen Fällen ist das Einsetzen eines Implantates noch vor Ablauf von 3 Monaten möglich und sinnvoll. Zum Beispiel nach dem Verlust eines Schneidezahnes kann es genügen, 6-8 Wochen abzuwarten, man spricht in einem solchen Falle von einer verzögerten Sofortimplantation. Voraussetzung hierbei ist, dass keine Defekte des Kieferknochens vorliegen. Vorteil einer verzögerten Sofortimplantation ist, dass das Zahnfleisch seine natürliche Form weitgehend beibehält.
Eine Sofortimplantation, also das unmittelbare Einsetzen eines Implantates nach dem Zahnverlust, ist mit einem höheren Risiko, das Implantat wieder zu verlieren, behaftet. Als Gründe hierfür kommen noch nicht ausgeheilte Entzündungsvorgänge und eine mangelnde Übereinstimmung der Form des Zahnfaches mit dem eingesetzten Implantat in Betracht. In diesen Fällen ist oft eine Stabilität des Implantates beim Einsetzen nicht zu erreichen. Diese Stabilität wird dann auch später nicht aufgebaut.
Nach dem Einsetzen eines Implantates wird dieses in den meisten Fällen noch nicht mit einem Aufbau versehen, sondern muss zunächst eine Zeit von 3 Monaten im Unterkiefer und 6 Monaten im Oberkiefer unbelastet einheilen. Erst durch diese Ruhephase erreicht ein Implantat seine endgültige Festigkeit im Knochen.
In Ausnahmefällen kann eine frühere Belastung erfolgen, dies ist jedoch daran gebunden, dass mehrere Implantate durch Metallstege verblockt werden und sich gegenseitig stabilisieren. Die Anfertigung einer Prothese auf den so verblockten Implantaten kann dann schon am selben Tag wie das Einsetzen erfolgen. Die Systeme zur sofortigen Belastung von Implantaten sind zur Zeit noch sehr aufwändig und können nicht bei allen Patienten zum Einsatz kommen. In Zukunft sind auf diesem Gebiet noch weitere Entwicklungen zu erwarten.
Bei sehr weit fortgeschrittenem Abbau des Kieferknochens ist das Einsetzen eines Implantates nicht mehr ohne Vorbereitung möglich, da ein Implantat dann keine Stabilität mehr erreicht oder erhebliche ästhetische Beeinträchtigungen in Kauf zu nehmen wären.
In solchen Fällen kann ein Knochenaufbau Abhilfe schaffen.
Dieser Aufbau kann mit körpereigenem Knochen oder einem künstlichen Knochenersatzmaterial erfolgen. Der Vorteil von körpereigenem Knochen liegt darin, dass dieser keine Abgrenzungsreaktion des Körpers auslöst und alle Stoffe für einen Umbau bereits enthält. Diesem steht der Nachteil gegenüber, dass der Knochen an anderer Stelle entnommen werden muss. Die Verpflanzung findet unmittelbar nach der Entnahme statt.
Als Stellen für eine Knochenentnahme kommen Regionen des Kiefers wie z. B. das Kinn, aber auch die Stellen hinter den letzten Zähnen in Betracht. Bei sehr ausgedehnten Defekten ist manchmal die Entnahme von Beckenknochen zum Aufbau des Kiefers unumgänglich. Dieses wird in der Regel in einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt.
Nach einer Knochenverpflanzung größeren Umfangs muss zunächst das Einwachsen des verpflanzten Knochens abgewartet werden, bis Implantate eingesetzt werden können. Hier ist ein Zeitraum von 4-6 Monaten erforderlich.
In manchen Fällen ist ein Knochenaufbau gleichzeitig mit dem Einschrauben eines Implantates notwendig, nämlich dann, wenn ein Implantat zwar stabil in den vorhandenen Knochen eingesetzt werden kann, aber ästhetische und funktionelle Probleme durch den Kieferabbau zu erwarten wären.
In letzter Zeit ist das aus der Gliedmaßenchirurgie bekannte Verfahren der „Kallusdistraktion“, bei dem der vorhandene Knochen durch eine Apparatur im Bereich eines künstlich angelegten Bruchspaltes gedehnt wird, zur Anwendung gekommen, um den Kieferknochen aufzubauen. Nachteil dieser Methode sind die zum Teil störenden Apparaturen, die auch über eine Zeit von mindestens 7 Wochen am Kiefer verbleiben müssen.
Entscheidend für die Funktionsfähigkeit eines Implantates ist die exakte Position und Ausrichtung seiner Achse, die einen bestmöglichen Kompromiss zwischen dem vorhandenen Knochen zur Befestigung und den Erfordernissen der späteren prothetischen Konstruktion darstellt. Außerdem sind hierbei wichtige anatomische Strukturen zu respektieren wie die Kieferhöhle oder der Unterkiefernerv, der das Gefühl in der Unterlippe vermittelt.
Schon früh zeigten sich die Grenzen der klassischen Röntgenaufnahmen des Kiefers, derart komplexe Strukturen zweidimensional abzubilden und eine genaue Planung der Implantatposition und Achsrichtung zu ermöglichen. Schablonen, die vom Zahnarzt vorbereitet werden sind hierbei gute zusätzliche Hilfsmittel, die gewünschte Implantatposition während des Eingriffes zu realisieren.
In komplexeren Fällen wird heute vielfach die Computertomographie, die anhand von detaillierten Schnittbildern eine dreidimensionale Vorstellung der geröntgten Bereiche vermittelt, eingesetzt. In jüngster Zeit wurde ein Computertomographie-gestütztes Navigationssystem entwickelt, das es dem Chirurgen ermöglicht, die Position des Implantat-Vorbohrers in verschiedenen Ebenen auf dem Bildschirm mit der geplanten Position zu vergleichen. Hier sind in Zukunft weitere interessante Neuentwicklungen zu erwarten.
Grundsätzlich werden alle Leistungen im Zusammenhang mit Implantaten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Ausnahmen stellen hier nur sehr schwerwiegende Erkrankungen wie Defekte nach Tumoroperationen oder Gesichtsfehlbildungen dar. Eine Bezuschussung des Zahnersatzes, der auf die Implantate aufgesetzt wird, ist in besonderen Fällen möglich.
Die tatsächlich entstehenden Kosten sind von sehr vielen Faktoren abhängig. Es können hier daher keine verbindlichen Angaben gemacht werden. Ihr Zahnarzt oder Mund-, Kiefer- Gesichtschirurg wird unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten einen detaillierten Kostenvoranschlag für Sie erstellen.
Letzte Aktualisierung: 21.7.2003
Dysgnathien sind Fehlstellungen der Zähne und Kiefer. Die Behandlung von Dysgnathien wird durch Fachzahnärzte für Kieferorthopädie durchgeführt. Bei sehr ausgeprägten Fehlstellungen der Kiefer zueinander kann eine alleinige kieferorthopädische Behandlung oft nicht zu dem gewünschten Erfolg, einer stabilen, harmonischen und ästhetischen Zahnstellung führen. In diesen Fällen ist eine kombinierte Behandlung in Zusammenarbeit von Kieferorthopäde und Kieferchirurg notwendig.
Die Behandlung umfasst in der Regel drei Phasen: Zunächst wird in der 1. Kieferorthopädischen Phase das Gebiss des Patienten auf die geplante Operation vorbereitet. Wichtig ist es hierbei, die Zahnbögen so auszuformen, dass der Chirurg eine stabile neue Position der Kiefer zueinander einstellen kann.
Die zweite Phase der Behandlung stellt die Operation in den Mittelpunkt. Sie beginnt mit einer exakten Planung des Eingriffes. Hierzu werden von den Kiefern des Patienten Modelle nach Abdrücken angefertigt und die exakte Position der Kiefer zueinander registriert. In der so genannten Modelloperation wird dann die neue Position der Kiefer festgelegt und in einem Artikulator, einem Gerät das die Kieferbewegungen simuliert, montiert. Mithilfe von Kunststoffschienen, den so genannten Splints wird dann die so festgelegte Position auf den Patienten in der Operation übertragen.
Während des eigentlichen Eingriffs, der nur stationär im Krankenhaus unter Vollnarkose erfolgen kann, wird die Verlagerung des Ober- oder Unterkiefers oder beider Kiefer durchgeführt. Der Umfang der Operation hängt vom Ausmaß des Fehlbisses ab.
Bei der Operation werden künstliche Knochenbrüche angelegt und die Kiefer in der neuen Lage, die durch die Planung festgelegt wird, mit Hilfe von Metallplatten befestigt. Es müssen keine Schnitte außen an der Haut gemacht werden, die gesamte Operation kann durch Schnitte im Zahnfleisch durchgeführt werden.
Die bei der Operation eingebrachten Metallplatten sollten nach 6-12 Monaten wieder entfernt werden.
An die Kieferverlagerung schließt sich endlich die dritte Behandlungsphase, die kieferorthopädische Nachbehandlung an. In dieser Phase werden die letzten Feinkorrekturen durch den Kieferorthopäden durchgeführt.
Letzte Aktualisierung: 21.7.2003
Die Entfernung der Weisheitszähne ist ein in der Kieferchirurgie sehr häufig durchgeführter Eingriff. Weisheitszähne sollten in der Regel entfernt werden, wenn ein Platzmangel im Kiefer, also ein Missverhältnis zwischen der Kiefergröße und dem Platzbedarf für alle 32 Zähne besteht. Die Weisheitszähne werden so genannt, da sie normalerweise erst im späten Jugendalter oder Erwachsenenalter, also mit dem Alter, in dem der Mensch die Weisheit erlangen soll, aus dem Kieferknochen herauswachsen. Ist der Kieferknochen insgesamt zu klein, können die als letzte herauswachsenden Zähne keinen normalen Platz mehr einnehmen. Folge hiervon sind die bekannten Beschwerden beim Weisheitszahndurchbruch. Die Weisheitszähne nehmen dann eine Stellung sehr weit hinten im Kiefer ein, so dass sie nicht richtig gepflegt werden können, Karies und Zahnfleischentzündungen sind die Folge. Häufig kommt es auch nur zu einem unvollständigen Herauswachsen der Weisheitszähne aus dem Kiefer. Dabei entstehen schlecht zu reinigende Zahnfleischkapuzen über dem hinteren Anteil der Weisheitszähne, die Anlass zu schwerwiegenden Infektionen geben können.
Selbst wenn die Weisheitszähne infolge des Platzmangels überhaupt nicht aus dem Kieferknochen heraustreten, können sich später Komplikationen ergeben. Zu befürchten sind dann Zysten im Kieferknochen, Schädigungen der Nachbarzähne und auch ein späterer Durchbruch der Weisheitszähne durch das Zahnfleisch durch einen Abbau des Kieferknochens.
Von Kieferorthopäden wird häufig die Entfernung der Weisheitszähne angeraten, damit durch das Wachstum dieser Zähne nicht das restliche Gebiss zusammen geschoben wird und sich die Schneidezähne übereinander schieben.
Vor einer Weisheitszahnentfernung sollte allerdings immer der Zustand der weiter vorn liegenden Mahlzähne (Molaren) überprüft werden. Bei nicht mehr erhaltungswürdigen Zähnen kann es Erfolg versprechen, diese zu entfernen und dadurch Platz für die Weisheitszähne zu schaffen. Die Weisheitszähne können dann einen normalen Platz im Kiefer einnehmen oder sogar in die entstandene Lücke verpflanzt werden (s. u.).
Nicht alle Weisheitszahnentfernungen sind gleich. Der Schwierigkeitsgrad variiert erheblich. Teilweise können Weisheitszähne einfach wie andere Zähne gezogen werden, zum Teil müssen sie aber auch in einem mehr oder weniger schweren Eingriff zunächst freigelegt werden, um dann entfernt werden zu können. Ausschlaggebend hierfür sind viele Faktoren wie Lage des Weisheitszahnes, Ausprägung des Wurzelwachstums, Wurzelgestalt, Kippung der Weisheitszähne, Beziehung zu benachbarten Strukturen, Alter und Gesamtzustand des Patienten.
Der individuelle Schwierigkeitsgrad kann nur durch den Zahnarzt bzw. Kieferchirurg beurteilt werden.
Die Risiken der Weisheitszahnentfernung sind grundsätzlich ebenfalls variabel und vom Schwierigkeitsgrad abhängig und müssen mit dem Patienten vor dem Eingriff besprochen werden.
Die Entfernung von Weisheitszähnen kann einzeln, aber auch zusammen erfolgen. Häufig werden der obere und untere Weisheitszahn einer Seite zu einem Termin entfernt. Hierbei benötigt der Patient nur zwei Eingriffe, hat nach dem Eingriff nur eine operierte Seite und kann mit der anderen Seite kauen.
Auch die Entfernung aller 4 Weisheitszähne in einer Sitzung ist möglich, dies wird meistens in Vollnarkose durchgeführt. Die Planung der Behandlungsschritte sollte individuell zwischen Patient und Behandler erfolgen und sowohl den medizinischen Erfordernissen als auch den Wünschen des Patienten Rechnung tragen.
Eine Zahntransplantation, d. h. die Verpflanzung eines Zahnes von einem Ort des Kiefers an einen anderen Ort, kann unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein. Voraussetzung für eine Zahntransplantation ist eine Lücke, in die der zu verpflanzende Zahn hinein passt. Diese kann durch den Verlust eines anderen Zahnes entstehen, aber auch schon vorhanden sein, dadurch, dass ein bleibender Zahn nicht angelegt ist.
Es ist dann zu prüfen, ob die Verpflanzung eines anderen Zahnes sinnvoll ist oder ob die Lücke nicht besser auf eine andere Art geschlossen werden kann. In Frage kommen hier prothetische Lösungen wie z. B. eine Brücke oder ein Implantat oder auch ein Lückenschluss durch den Kieferorthopäden, der benachbarte Zähne in die Lücke hinein bewegt.
Wichtig für die Entscheidung über eine Zahnverpflanzung ist auch, ob sich ein geeigneter Zahn zur Transplantation findet. Folgende Kriterien sind hierbei wichtig:
1) Der zu transplantierende Zahn darf an der Stelle, wo er entnommen wird, keine wichtige Funktion erfüllen oder zumindest muss seine zu erwartende Funktion an der neuen Stelle viel wichtiger sein. Die am häufigsten transplantierten Zähne sind Weisheitszähne, die aufgrund des Platzmangels eh entfernt worden wären.
2) Der zu transplantierende Zahn muss an der neuen Stelle Platz finden, dass heißt er muss ohne aufwändige Bearbeitung, die den Zahn schädigen könnte in die vorgesehene Lücke passen. Natürlich muss an der vorgesehenen Stelle auch genügend Knochen zur Aufnahme des Transplantates zur Verfügung stehen.
3) Das Wurzelwachstum des zu transplantierenden Zahnes muss die Transplantation erlauben. Die Transplantation eines Zahnes, dessen Wurzel schon ausgewachsen ist, ist in der Regel nicht erfolg versprechend, da der im Zahn gelegene Nerv abstirbt und hinterher eine Wurzelbehandlung notwendig wird. Ein Zahn, dessen Wurzel noch nicht begonnen hat, zu wachsen ist für eine Transplantation ebenfalls nicht geeignet, da er ohne Wurzel an der neuen Stelle keine Stabilität bekommt.
Ist der Zahn, der bei der Zahntransplantation durch das Transplantat ersetzt werden soll, noch nicht gezogen, so muss die Entscheidung über den Zeitpunkt der Zahnentfernung getroffen werden. Diese kann in zeitlichem Abstand vor der eigentlichen Transplantation durchgeführt werden. Dies hat den Vorteil, dass entzündliche Erscheinungen zum Zeitpunkt der Transplantation bereits abgeklungen sind. Als Nachteil ist jedoch zu sehen, dass in der Zeit bis zur Transplantation sich der Knochen zurückbilden kann und auch die Zahnlücke durch Wandern der Nachbarzähne verengt werden kann. Diese Risiken machen häufig eine baldige Transplantation notwendig.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Zahnentfernung und die Transplantation in der gleichen Sitzung durchzuführen.
Wichtig bei einer Zahntransplantation ist, dass der zu ersetzende Zahn schonend entfernt wird, damit der Knochen, der das Transplantat aufnehmen soll möglichst gut erhalten bleibt.
Bei der Entnahme des Transplantates muss darauf geachtet werden, dieses möglichst ohne Beschädigungen zu entnehmen. Das Gewebe, welches das Transplantat umgibt, das so genannte "Zahnsäckchen" wird mit entnommen und auch später verpflanzt.
Der Knochen, in den das Transplantat eingesetzt wird, muss vor der Verpflanzung in der Regel noch vorbereitet werden, d. h. es muss Platz für das Einsetzten des Transplantates mit seinen Wurzeln geschaffen werden. Dann wird das Transplantat eingesetzt und locker fixiert (z. B. durch Nähte). Eine gewisse Beweglichkeit des Transplantates soll erhalten bleiben und ist für die Ausbildung des Zahnhalteapparates wichtig.
Der Erfolg der Zahntransplantation zeigt sich im Rahmen der Nachbehandlung. Das Transplantat muss festwachsen, auf Röntgenbildern soll ein Weiterwachsen der Wurzel des Transplantates zu erkennen sein. Es muss regelmäßig überprüft werden, ob der transplantierte Zahn lebt, d. h. ob Kälte an dem Transplantat empfunden wird. Ist dies der Fall, so ist der Nerv wieder in den Zahn eingewachsen. Lebt ein transplantierter Zahn nicht, so muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden, um Entzündungen zu vermeiden.
Die Wurzelspitzenresektion ist eine bereits vor mehr als hundert Jahren in die zahnärztliche Chirurgie eingeführte Operation, die der Erhaltung eines entzündeten wurzelbehandelten Zahnes dient.
Bei einer Wurzelbehandlung eines toten Zahnes gelingt es häufig nicht, alle Bakterien, die sich im Wurzelkanal befinden, zu eliminieren. Einer der Gründe hierfür ist in der Verzweigung des Wurzelkanals im Bereich der Wurzelspitze zu sehen. Bei der Wurzelbehandlung kann nur der Hauptkanal mit kleinen Feilen gut gesäubert werden. Auch die anschließende Wurzelfüllung erreicht die kleinen Nebenkanäle häufig nicht. Es verbleiben daher noch Bakterien in diesen kleinen Kanälen, die sich vermehren und dann aus dem toten Zahn heraustreten und zu einer Entzündung im umliegenden Kieferknochen führen. Dies ist daran zu erkennen, dass der Zahn beim Zubeißen schmerzt. Auch auf einem Röntgenbild ist die Entzündung zu erkennen. Der Körper schafft es in der Regel, eine solche Entzündung in Schach zu halten, eine vollständige Ausheilung ist jedoch nicht zu erwarten, da das Immunsystem nicht in den toten Zahn hineinkommt und dort alle Bakterien vernichten kann. Auch der Einsatz von Antibiotika führt nicht zu einem vollständigen Abheilen der Entzündung, es gelingt in der Regel nur, die Beschwerden zu lindern. Antibiotika können nur dort wirken, wo eine gute Durchblutung besteht, das innere eines toten Zahnes ist aber nicht mehr durchblutet.
Ist es zu einer solchen Entzündung um die Wurzelspitze eines wurzelbehandelten Zahnes gekommen, so gibt es drei Möglichkeiten, diese zu behandeln:
Im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung ist es häufig notwendig, einen Zahn, der noch unter dem Zahnfleisch im Kiefer liegt freizulegen. Dies dient dazu, diesem Zahn seinen Durchbruch an die richtige Stelle zu ermöglichen. Das alleinige Freilegen eines im Durchbruch behinderten Zahnes, also das Öffnen aller über dem Zahn gelegenen Schichten, kann schon ausreichen, dass der betreffende Zahn von selbst an seine vorgesehene Stelle findet. Oft ist es jedoch notwendig, dass der freigelegte Zahn mit einem Bracket versehen wird, um ihn aktiv an die gewünschte Stelle bewegen zu können.
Zysten im Kieferbereich sind häufige Erkrankungen. Unter einer Kieferzyste versteht man einen hauptsächlich im Knochen gelegenen Hohlraum, der von einer Haut ausgekleidet ist. Im Inneren der Zysten findet sich meistens breiige Substanz, die durch Absonderungen der Haut der Zyste nach innen entsteht. Das Wachstum einer Kieferzyste entsteht nicht wie bei einem Tumor ursächlich durch Vermehrung der Zellen der Zyste sondern ist im Wesentlichen durch Druck bedingt. Der hohe osmotische Druck im Inneren der Zyste führt zum Einstrom von Wasser aus der Umgebung. Dadurch erhöht sich der Druck in der Zyste und der umliegende Knochen wird verdrängt, die Zyste wächst.
Im Kieferbereich werden viele Zystenarten unterschieden, am häufigsten finden sich Zysten, die von der Entzündung einer Wurzelspitze ausgehen und Zysten, die die Krone eines noch im Kiefer liegenden Zahnes umgeben.
Zysten ohne verursachende Zähne in unmittelbarer Nähe sind ebenfalls möglich, aber finden sich eher selten.
In der Regel geschieht die Behandlung einer Kieferzyste in Zusammenhang mit der Behandlung des ursächlichen Zahnes. So wird z. B. die Zyste, die die Wurzelspitze eines toten Zahnes umgibt, bei der Wurzelspitzenresektion in der Regel mit entfernt. Zysten, die einen noch nicht durchgebrochenen Zahn umgeben, werden bei der Freilegung oder Entfernung dieses Zahnes behandelt.
In der Regel besteht die Behandlung einer Zyste darin, dass sie komplett entfernt wird.
Besteht jedoch bei der Entfernung einer Zyste die Gefahr, dass wichtige Strukturen in der Nachbarschaft verletzt werden, so kann es häufig ausreichen, die Zyste zu öffnen. Hierdurch fällt der erhöhte Druck im Innern der Zyste weg, die Zyste hört auf, zu wachsen und wird dann sogar durch den Wachstumsdruck des umgebenden Kieferknochens verdrängt und somit verkleinert. Diese Behandlung kann sich jedoch über Monate oder sogar Jahre erstrecken, bis es zur vollständigen Abheilung des Defektes kommt.
Im Kiefer- und Gesichtsbereich gibt es eine große Anzahl von Tumoren, von denen die überwiegende Anzahl gutartig ist. Gutartige Tumoren neigen nicht dazu, Absiedlungen, sog. Metastasen, in anderen Körperregionen zu bilden. Bei bösartigen Tumoren ist die Bildung von Metastasen in anderen Organen, z. B. Lymphknoten, Skelett, Lunge oder Leber möglich und bei der Behandlung zu berücksichtigen.
An der Stelle ihres Erscheinens verhalten sich Tumoren ebenfalls sehr unterschiedlich: Bei
einigen Tumoren ist kaum zu befürchten, dass sie nach der Entfernung nachwachsen, andere Tumoren hingegen sind sehr hartnäckig und neigen dazu, an der selben Stelle wieder zu kommen. Dieses ist bei der Behandlung entsprechend zu berücksichtigen. Bei der chirurgischen Entfernung dieser Tumoren ist ein entsprechender Sicherheitsabstand einzuhalten, um größtmögliche Sicherheit gegen ein erneutes Auftreten des Tumors zu haben.
Nach der chirurgischen Entfernung eines Tumors gilt es, so gut wie möglich die Funktion und das Aussehen der betroffenen Körperregion wieder herzustellen. Teilweise sind hierfür auch Gewebeverpflanzungen aus der Umgebung oder von weiter entfernten Stellen notwendig. Bei kleineren Tumoren genügt oft allerdings ein einfaches Zunähen des Gewebedefektes.
Aufgrund der großen Unterschiede in der Behandlung verschiedener Tumoren soll an dieser
Stelle nicht weiter auf Einzelheiten eingegangen werden. Es ist in jedem Fall sinnvoll, individuell im Gespräch mit dem behandelnden Arzt sich über die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und ein Konzept festzulegen.
Sehr geehrte Patienten! Hochwertige, fachlich korrekte Inhalte zu erstellen ist ein zeitintensiver Vorgang. Die von Ihnen gesuchten Informationen werden bald an dieser Stelle zu finden sein. Sollten Sie schon vorher Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
Die Parodontalbehandlung dient der Erhaltung von Zähnen, die durch eine Erkrankung des Zahnbettes gefährdet sind.
Zahnbeläge enthalten in großem Maße Bakterien, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) führen. Verbleiben diese Beläge für längere Zeit an der selben Stelle, so nehmen sie aus dem Speichel Mineralien auf und verhärten, es entsteht Zahnstein. Auch Zahnstein enthält Bakterien und führt zu einem Fortschreiten der Entzündung des Zahnhalteapparates, aus der Zahnfleischentzündung entsteht eine Parodontitis. Der Kieferknochen, der den Zahn hält, wird durch die Entzündung abgebaut. Folge ist eine Lockerung der Zähne, es droht Zahnverlust.
Grundlage der Parodontalbehandlung ist die Entfernung von Zahnstein und Zahnbelägen. Außerdem wird dem Patienten erläutert, wie er seine Zähne auch an problematischen, schwer zugänglichen Stellen reinigen kann, um eine erneute Bildung von Belägen zu verhindern.
Sind durch einen Abbau des Zahnhalteapparates tiefe Taschen entstanden, die der Patient nicht mehr reinigen kann, so ist eine chirurgische Parodontalbehandlung erforderlich. Hierbei muss Zahnstein unterhalb des Zahnfleisches sowie entzündetes Gewebe entfernt werden. Erst nach gründlicher Reinigung der Zahnoberfläche auch im Wurzelbereich kann es zur Ausheilung der Zahnbetterkrankung kommen.
Bei sehr tiefen Taschen kommt es häufig leider nur zu einer unvollständigen Regeneration, der verloren gegangene Kieferknochen wächst nur zu einem geringen Teil wieder nach.
Um das Nachwachsen von Kieferknochen zu erleichtern, sind in der modernen Parodontalbehandlung verschiedene Techniken entwickelt worden, die wissenschaftlich nachgewiesen zu einer verstärkten Regeneration führen: